MarcelKoch bei «Fugu» Kinderkrippen seit 2013

Während meiner Reha vor über zehn Jahren, ass ich oft im Krippen-Tageszentrum der Reha-Klinik. Und so kam es, dass ich dort eine Stelle als Koch erhielt. 2013 begann ich dann als Koch bei «Fugu» Kinderkrippen in Winterthur. Ich beziehe IV und kann so mit einem Teilzeitpensum nur am Morgen arbeiten.
Ein Koch in einer Kinderkrippe; war damals undenkbar!
Die Berufsberatung meinte damals, dass die Kombination Männer und Krippe nicht gehe. Doch die Kinder „assen mir quasi aus der Hand“. Mein Hörnli-Gratin wurde bald zum Hit. Ich mag Kinder und kann auch gut mit ihnen spielen. Da muss ich mich manchmal direkt losreissen.
Kinder sind wichtiger, als die Davoser Politprominenz
Mich kann man in jede Küche stellen, denn ich habe als Koch schon alles erlebt; von der Kleinstküche als Alleinkoch, bis zur Grossküche. In Sternehotels kochte ich für die Politprominenz des Wirtschaftssymposiums Davos (dem heutigen WEF) und in kleinen Kneipen und Pubs, von der gutbürgerlichen Küche, bis hin zum Schnellimbiss. Ich brachte Ideen ein, wie man „Fast Food“ auch gesünder und schmackhafter gestalten kann. Das kam gut an.

Mein Koch-Alltag in der Kita
Ich habe eine Antenne für Stimmungen und kann mit allen Menschen umgehen. Das Team der Kita ist jung, doch ich verstehe mich bestens mit allen. Das Team nutzt die Küche auch. Nicht immer wird alles dorthin zurück versorgt, wo es hinsollte. Doch wir pflegen einen unkomplizierten Umgang und regeln das untereinander mit Humor.
Ich mache alles selber. Fertiggerichte meide ich. Die Menüpläne erstellt die Krippenleiterin und bestellt die Zutaten. Je nach Anzahl Kindergruppen und Mitarbeiter/innen dauert das Rüsten länger. Mein Profi-Kombi-Steamer ist ein geliebter Helfer, den ich sehr vielseitig nutze.
Persönlich mag ich die traditionell italienische Küche, indische Gerichte, oder auch Sushi. Wir Köche können viel von Hobby-Köchinnen und Köchen lernen. Sie kombinieren kreativ Zutaten, was wir so nicht gelernt hatten. Früher sah ich mir gern Kochshows wie „Kitchen impossible“ an, wo Sterneköche Gerichte aus fernen Ländern probieren und nachkochen. Auch Jamie Oliver hat seine Berechtigung. Er animiert viele Menschen zum Kochen, was ich positiv finde.
«Wir pflegen einen unkomplizierten Umgang und regeln das untereinander mit Humor.»
Worauf man beim Kochen für Kinder achten sollte

- Abwechslung ist wichtig.
- Ich koche mit wenig Salz und ohne Schärfe.
- Kräuter sind gesund und geben auf natürliche Weise Geschmack.
- Ich berücksichtige jegliche Allergien.
- Saucen servieren wir separat, da viele Kinder keine mögen.
- Viele Kinder lieben Käse.
- Kinder sind unberechenbar. Ihr Hunger sowie auch ihre Vorlieben variieren oft unerwartet.
- Ich wähle gesündere Grundzutaten. So bereite ich Hamburger beispielsweise nicht mit Brot, sondern mit Haferflocken zu. Das liefert mehr Vitamine und Mineralstoffe.
- Kinder lieben Formen und Farben. Deshalb schneide ich Gemüse wie Karotten oder Zucchetti mit einem Wellenschneider und steche auch Blumenförmli aus.
Ich kann mir vorstellen, später mal als Koch-Coach tätig zu sein und habe noch viel vor. Dazu halte ich mich auch körperlich fit. Wenn ich pensioniert bin, möchte ich auch die Senioren-Uni besuchen.